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Kalender 2027 - DVG e.V.

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Kalender 2027

DVG Media > Foto-Galerie
Einleitung zum Kalender 2027
Die Mitglieder der DVG konnten im Jahr 2026 wieder Fotos aus verschiedenen Vulkangebieten der Welt auswählen, um den DVG-Kalender des kommenden Jahres mit zu gestalten. Zur Verfügung gestellt wurden die Bilder mit Erläuterungen diesmal von Vorstandsmitgliedern der DVG.
Wir zeigen auf dieser Seite alle dreißig Bilder, die zur Wahl standen.
Die Motive zeigen ganz verschiedene Aspekte des Vulkanismus, darunter wunderschöne Ausbrüche bei Nacht, Bildung von Schwefel an Fumarolen, aber auch den Untergrund oder landschaftliche Besonderheiten in mitteleuropäischen Vulkangebieten. Die eingereichten Fotos und kurze Erläuterungen hierzu finden Sie im Anschluss. Folgende Fotos wurden von den Mitgliedern für den Kalender ausgewählt und von der Kalenderredaktion den einzelnen Monaten zugeordnet:

Foto 04 = Januar - Thomas Walter: Eruption des Tajogaite, La Palma, am 13.11.2021
Foto 01 = Februar - Thomas Walter (Oktober 2024): Der Teide, Teneriffa, mit einer Drohne fotografiert
Foto 02 = März - Thomas Walter (Februar 2020): Schwefelfelder von Lastarria, Chile, 5000 m ü NN
Foto 14 = April - Lothar Viereck (September 2011): Bimslapilliband in schwarzen Lapillilagen, Teneriffa
Foto 20 = Mai - Anne Sturm (August 2025): Gjógv (Faröer): erodierter Dyke zwischen Basaltlaven als Hafen
Foto 23 = Juni - Helmut Endres (März 2014): Erpeler Ley gegenüber Remagen
Foto 28 = Juli - Kerstin Bär (August 2025): Nordöstliche Wand im Steinbruch Michelnau (Vogelsberg)
Foto 21 = August - Helmut Endres (Juni 2013): Castellfollit de la Roca (Garrotxa, Spanien)
Foto 22 = September - Helmut Endres (Oktober 2021): Ostwand des Eppelsbergs (bei Nickenich, Osteifel)
Foto 13 = Oktober - Lothar Viereck (Oktober 2014): Baum im rhyolithischen Cemilköy Ignimbrit, Kappadokien
Foto 24 = November - Helmut Endres (Oktober 2012): Basaltgang im Herchenberg (bei Burgbrohl, Osteifel)
Foto 10 = Dezember - Martin Hensch (September 2014): Lavafontänen des Holuhraun-Ausbruchs, Island
Foto 1: Thomas Walter
Oktober 2024
Der Teide, Teneriffa, von oben mit einer Drohne fotografiert.
Der „junge“ Teide erhebt sich markant über den alten Kraterrand der Caldera auf Teneriffa. Sein heller Gipfelkegel kontrastiert mit den dunklen, erstarrten Lavaströmen ringsum – ein eindrucksvolles Zeugnis jüngerer vulkanischer Aktivität innerhalb einer viel älteren Struktur. Rechts im Bild erkennt man die Bergstation der Seilbahn, die Besucher bis nahe an den Gipfel bringt und einen spektakulären Blick über die Landschaft und den Atlantik eröffnet.
Foto 2: Thomas Walter
Februar 2020
Schwefelfelder von Lastarria, Chile, in einer Höhe von 5000 m ü NN
Fumarolenfelder am Lastarria-Vulkan in den Anden: Aus zahllosen Öffnungen entweichen heiße Gase und Dampf, die den Boden in ein gelblich-weißes Mosaik aus Schwefelablagerungen verwandeln. Die bizarren Krusten und Schlote entstehen durch auskristallisierenden Schwefel, der sich entlang von Gaswegen absetzt und zu kleinen „Schwefelströmen“ anwächst. Der ständig aufsteigende Dampf verhüllt zeitweise die karge Hochgebirgslandschaft und zeigt, dass unter der Oberfläche weiterhin intensive vulkanische Aktivität herrscht.
Foto 3: Thomas Walter
Mai 2021
Vermessung einer Gangintrusion am Eppelsberg in der Eifel mit LiDAR.
Aufschluss am Eppelsberg (19.5.2021): In der steilen Wand schneidet ein magmatischer Gang die geschichteten Vulkanablagerungen und hebt sich als helleres, kompakteres Gestein deutlich ab. Die umgebenden Lagen sind von kleinen Verwerfungen durchzogen, die die komplexe tektonische Beanspruchung dokumentieren. Im Vordergrund steht ein LiDAR-Scanner auf Stativ, mit dem die Struktur hochauflösend vermessen wird. So lassen sich Geometrie des Gangs und Versatz entlang der Störungen präzise erfassen. Inzwischen ist der Aufschluss weitgehend unzugänglich und nur noch eingeschränkt untersuchbar – umso wichtiger ist die wissenschaftliche Dokumentation.
Foto 4: Thomas Walter
November 2021
Wissenschaftliche Untersuchungen Eruption von Tajogaite, La Palma, 13.11.2021
Nächtliche Eruption des Tajogaite-Vulkans auf La Palma am 13.11.2021: Glühende Lavafontänen schleudern rot-orange Funken in den Himmel und lassen die Umgebung dramatisch aufleuchten. Im Vordergrund stehen silhouettenhaft Wissenschaftler, die das Geschehen aus sicherer Entfernung dokumentieren. Die Szene zeigt eindrucksvoll die Dynamik eines jungen Vulkanausbruchs und die wichtige Arbeit der Forschung vor Ort, die Prozesse misst und besser verständlich macht.
Foto 5: Thomas Walter
August 2023
Lavaströme auf Reykjanes, Island, als Tourismus-Attraktion
Frischer Lavastrom auf Island am 4.8.2023: Dunkle, noch heiße Basaltbrocken türmen sich zu bizarren Formen, während im Inneren glühende Lava rot aufleuchtet und vereinzelt Flammen und Dampf austreten. Die Oberfläche wirkt bereits erstarrt, doch darunter fließt das Material weiter. Im Hintergrund stehen zahlreiche Touristen, die das Naturschauspiel aus sicherer Entfernung beobachten und fotografieren. Die Szene zeigt eindrucksvoll den Kontrast zwischen der rohen vulkanischen Aktivität und der Faszination, die solche Ereignisse auf Besucher ausüben.
Foto 6: Martin Hensch
April 2010
Spalteneruption am Eyjafjallajökull, Island
Nach einem intensiven Erdbebenschwarm unter dem Eyjafjallajökull (Island) im Winter 2009/2010 öffnete sich am 20. März 2010 eine Eruptionsspalte am Fimmvörðuháls, an der Nordostflanke des Eyjafjallajökulls, etwa 8 km entfernt vom Hauptkrater. Der Lavastrom ergoss sich in ein unbewohntes Tal nach Norden. Der Spaltenausbruch dauerte rund 3 Wochen und etwa 36 Stunden nach dessen Ende begann eine explosive Eruption im Hauptkrater, die für die berühmte Aschewolke sorgte, die wochenlang zu Störungen im Flugverkehr führte.
Foto 7: Martin Hensch
April 2010
GPS-Messgerät beim Ausbruch des Eyjafjallajökulls, Island
GPS-Messgerät auf der Sólheimaheiði, zwischen Mýrdalsjökull und Eyjafjallajökull, Island. Im Hintergrund die berühmte Aschewolke des Eyjafjallajökulls vom April 2010, die wochenlang den Flugverkehr beeinträchtigte. GPS-Messungen dienen der Überwachung von Bodendeformationen im Millimeterbereich und sind essenziell zur Ermittlungen von Magmaintrusionen vor und während eines Vulkanausbruchs. Neben der Erdbebenüberwachung liefern solche Deformations-messungen wichtige Daten zur Frühwarnung.
Foto 8: Martin Hensch
Juni 2010
Krater des Eyjafjallajökulls nach dem Ausbruch, Island
Der Krater des Isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, kurz nach Ende des Aschewolkenausbruchs im späten Frühjahr 2010, aufgenommen während eines Observationsfluges. Wo bis vor wenigen Tagen noch tonnenweise Asche in die Atmosphäre ausgestoßen wurde, die weiträumig zu Störungen des Flugverkehrs führte, steigt zum Zeitpunkt der Aufnahme nur noch Dampf auf, der von der Interaktion der abkühlenden Lava mit umliegendem Gletschereis herrührt.
Foto 9: Martin Hensch
September 2014
Lavafontänen des Holuhraunausbruchs, Island, am Tag
Lavafontänen von bis zu 120 Meter Höhe schießen aus der Ausbruchsspalte in Holuhraun, nördlich des Gletschers Vatnajökull, Island. Dem Ausbruch voran ging eine mehrwöchige Magmaintrusion vom Vulkan Bárðarbunga, die sich um rund 40 km vom Vulkan entlang des Rifts nach Norden bewegte, bevor es zur Eruption kam. Mit einem Ausbruchsvolumen von gut einem Kubikkilometer handelte es sich um den größten Vulkanausbruch auf Island seit dem Lakiausbruch 1783/84.
Foto 10: Martin Hensch
September 2014
Lavafontänen des Holuhraunausbruchs, Island, bei Nacht
Lavafontänen von bis zu 120 Meter Höhe schießen aus der Ausbruchsspalte in Holuhraun, nördlich des Gletschers Vatnajökull, Island. Dem Ausbruch voran ging eine mehrwöchige Magmaintrusion vom Vulkan Bárðarbunga, die sich um rund 40 km vom Vulkan entlang des Rifts nach Norden bewegte, bevor es zur Eruption kam. Mit einem Ausbruchsvolumen von gut einem Kubikkilometer handelte es sich um den größten Vulkanausbruch auf Island seit dem Lakiausbruch 1783/84.
Foto 11: Lothar Viereck
November 2005
Säulige Absonderung des gefritteten Sandsteins am Kontakt zu hangendem Lagergang (Sill)
Im Rahmen der German Antarctic North Victorialand Expedition im antarktischen Sommer 2005/06 (GANOVEX IX) beprobten wir (Benjamin Bomfleur, Uni Münster; Robert Schöner, Uni Jena; Jörg Schneider, TH Freiberg und ich) von November 2005 bis Januar 2006 die intrusiven Lagergänge (Sills) der etwa 183 Millionen Jahre alten Ferrar Plateaubasalt Provinz und ihre triassisch-jurassischen sedimentären Nebengesteine. Hier an der Lokalität Sequence Hills sieht man den unteren (liegenden) Kontakt eines etwa 80m mächtigen andesitischen Lagergangs, der Sandsteine thermisch so stark überprägte (frittete), dass sie bei der anschließenden Abkühlung bis in 1,2 m Entfernung vom Kontakt säulig absonderten. Die Säulen haben einen Durchmesser von 25-30 cm. Die intern schräg geschichteten Sandsteine sind primär rot gefärbt und sekundär gebleicht.
Foto 12: Lothar Viereck
Januar 2006
Mount Erebus
Mount Erebus (3792 m), 77°31‘ S, ist der südlichste aktive Vulkan in der Antarktis.
06.01.2006: Aufgrund des Todes meines Schwiegervaters wurde ich im antarktischen Sommer 2005/06 vor Ende der deutschen GANOVEX IX Expedition von der US-amerikanischen Militärbasis McMurdo nach Christchurch in Neuseeland ausgeflogen.
Der aktive Vulkan Mount Erebus thront mit seinen 3794 m über McMurdo auf der Ross-Insel. Er ist namengebend für die alkalibasaltische Vulkangruppe, die sich seit ca. 40 Mio Jahren entlang des Grabenrandes des Ross-Meeres zur Ostantarktis gebildet hat. Lithologisch ästhetisch sind die schwarzen Auswürflinge mit rhombischen Einsprenglingen von klarem Anorthoklas-Feldspat. Der basanitische Mount Erebus besitzt seit 1972 einen dauerhaft aktiven Lavasee aus Phonolith-Magma, dessen strombolianischen Eruptionen im antarktischen Sommer 2025/26 von Alexander Gerst im Rahmen seiner Doktorarbeit mittels Radarmessungen vom Kraterrand aus dokumentiert wurden. Nachdem er einige Wochen in einer Hütte auf dem Kraterrand übernachtet hatte, verließ er Antarctica mit demselben Transportflugzeug wie ich.
Foto 13: Lothar Viereck
Oktober 2014
Kappadokien
Ein sehr bedürfnisloser Baum wurzelt im rhyolithischen Cemilköy Ignimbrit, Kappadokien.
Der Cemilköy Ignimbrit (Ign.) ist etwa 6 Millionen Jahre alt. Er. hat ein Volumen von 300 km³ und ist mit einer mittleren Mächtigkeit von ca. 30 m über eine Fläche von fast 9000 km² verbreitet. Der unverschweißte weiße Ign. ist relativ asche-arm. Er ist einer von 12 Ignimbriten, die zwischen 11 und 3 Millionen Jahren eruptierten und heute das Hochland von Kappadokien aufbauen. Von etwa 2000 - 2014 untersuchte ich diese Ignimbrite der Zentralanatolischen Vulkanprovinz und die ihnen zwischengelagerten Paläoböden mit meiner Doktorandin und meinen Diplomand*innen. Diese Provinz liegt über einer Subduktionszone entlang derer der Ozeanboden des Mittelmeeres subduziert wird. Die mafischen Magmen haben daher basaltisch andesitische bis andesitische Zusammensetzung, die Ignimbrite nahezu ausschließlich rhyolithische.
Foto 14: Lothar Viereck
September 2011
Weißes Bimslapilliband in schwarzen Lapillilagen, Teneriffa
Die Touristenattraktion La Tarta (die Torte) liegt kurz außerhalb der nordöstlichen Grenze des Teide-Nationalparks im unteren Bogen einer S-Kurve der Straße TF-74 (Carr. de la Esperanza) vom Teide über den nordöstlichen Rücken Teneriffas nach San Cristobal de La Laguna.
Die Farbigkeit ergibt sich aus dem lagigen Aufbau der Tephra-Schichten, die man grob zweiteilen kann: die unteren sind wenig differenzierte, eher basaltische schlackige Lapillilagen, die bereits durch oxidative Verwitterung und Bodenbildung braun gefärbt sind. Sie enden an einer Diskordanz, auf der eine helle, schlecht sortierte Tufflage liegt.
Das obere jüngere und weniger verwitterte Schichtpaket beginnt mit einer homogenen schwarzen Lapillilage. Oberhalb einer Lage mit gröberen Klasten ändert sich die Farbe zu grau. Die grauen Lagen werden überlagert von einem weißen Band aus Bimslapilli, das im unteren Teil homogener und grobkörniger ist als im geschichteten und durch Verwitterung bräunlich gefärbten oberen Teil.
Die Grenze zu den beiden oberen Lapillilage und zwischen ihnen sind im Foto wegen des Schattenwurfs des jeweiligen Basislage nicht sichtbar. Die untere der beiden Lagen ist unten dunkelgrau und enthält zum Hangenden helle Tufflagen. Die oberste und mächtigste Lage des Profils ist olivbraungraue, homogen körnig und besteht aus schlackigen Lapilli.
Foto 15: Lothar Viereck
August 2013
Svartifoss-Lavastrom (Island)
Sekundäre Überzüge auf Säulen des Svartifoss-Lavastroms im Skaftaffell Nationalpark, Island.
Der Svartifoss-Lavastrom ist berühmt für seine ebenmäßigen Säulen, die in der Landschaft der Skaftafellsheiði eine Geländekante bilden, über die der fotogene Svartifoss-Wasserfall stürzt. Abseits des Wasserfalls sind die Säulen von senkrechten schwarzen und weißen Belägen überzogen. Die schwarzen sind nass und klitschig, die weißen sind karbonatisch. Die Klüfte zwischen den Säulen und die Plateaus auf abgebrochenen Säulen werden von einer artenreichen Pflanzenwelt als Standorte genutzt.
Sehr schön sieht man im Abstand von einigen Zentimetern die leitersprossen-artige Querrippen auf den Säulenflächen. Sie belegen, dass die Säulenbildung durch Schrumpfung nicht kontinuierlich, sondern in Sprüngen von der Oberfläche in den Lavastrom hinein erfolgte.
Foto 16: Anne Sturm
August 2017
Torfajökull, Island
Hydrothermal alterierte Rhyolithberge im Torfajökull-Gebiet im Hochland Südislands, nördlich des Myrdalsjökull-Gletschers. Torfajökull besitzt bimodalen Vulkanismus: Neben den für Island typischen Basaltvorkommen ist das Vulkansystem auch durch sehr SiO2-reiche Gesteine, Rhyolithe und Trachyandesite, gekennzeichnet. Neben einer Caldera besteht der Rhyolithkomplex aus Domen, Tephraablagerungen und wenigen Lavaströmen. Ein extrem zähflüssiger Obsidianlavastrom erstreckt sich ins Tal bis zum Geothermalgebiet bei Landmannalaugar.
Foto 17: Anne Sturm
August 2017
Torfajökull, Island
Hydrothermal alterierte Rhyolithberge im Torfajökull-Gebiet im Hochland Südislands, nördlich des Myrdalsjökull-Gletschers. Torfajökull besitzt bimodalen Vulkanismus: Neben den für Island typischen Basaltvorkommen ist das Vulkan-system auch durch sehr SiO2-reiche Gesteine, Rhyolithe und Trachyandesite, gekennzeichnet. Neben einer Caldera besteht der Rhyolithkomplex aus Domen, Tephraablagerungen und wenigen Lavaströmen. Ein extrem zähflüssiger Obsidianlavastrom erstreckt sich ins Tal bis zum Geothermalgebiet bei Land-mannalaugar.
Foto 18: Anne Sturm
August 2017
Hekla, Island
Stratovulkan Hekla, im Süden Islands, nördlich des Vatnajökull-Gletschers. Hekla ist einer der aktivsten und historisch bedeutenden Vulkane Islands. Durch zahlreiche Eruptionen aus einer Gipfelspalte hat sich die längliche Form des Stratovulkans gebildet. Die Ausbrüche der Hekla sind bimodal: Eine Ausbruchs-phase beginnt oft plinianisch, zahlreiche großflächige Tephrenablagerungen (Andesite, Dazite) wurden so produziert, die zur Korrelation genutzt werden. In der Spätphase einer Eruption bilden sich zudem intermediäre bis basaltische Lavaströme. Typische Bimsablagerungen der Hekla im Vordergrund des Bildes.
Foto 19: Anne Sturm
August 2025
Wasserfall Múlafossur bei Gasadalur (Faröer) über Wechselfolge aus Basaltlaven und Tuffen
Der 30 m hohe Wasserfall Múlafossur an der Westküste der Insel Vagar bei Gasadalur (Faröer) stürzt über mehrere Wechsellagen aus Basaltlava und Tuffen, die vor etwa 55 Millionen Jahren eruptiert sind. Im unteren Bereich der Steilküste gibt es außerdem rotbräunliche Lage zwischen diesen Einheiten: diese Paläoböden deuten auf ein warmes Klima zur Zeit des Vulkanismus hin.
Foto 20: Anne Sturm
August 2025
Erodierter Dyke zwischen Basaltlaven formt den Naturhafen in Gjógv (Faröer)
In Gjógv befindet sich eine ca. 200 m langer Spalte, die das Zusammenspiel von Geologie und Küstengeomorphologie widerspiegelt: Die heutigen Klippen bestehen aus verwitterungsbeständigen Basaltlaven. Im Bereich der Spalte hat sich einst ein vulkanischer Dyke befunden, heute noch erkennbar an den horizontal gelagerten Säulen am Grund der Bucht. Durch Küstenerosion wurde der leichter erodierbare Dyke abgetragen, die dadurch entstandene Spalte dient heute als natürlicher Hafen.
Foto 21: Helmut Endres
Juni 2013
Castellfollit de la Roca (Garrotxa, Spanien)
Das Vulkangebiet der Garrotxa liegt in der Nähe von Olot in der Provinz Girona in Spanien. Das Dorf Castellfollit de la Roca wurde auf einem ca. 50 m hohen Plateau aus Basalt errichtet, das offenbar aus mehreren Lavaströmen aufgebaut ist. Wann diese Lavaströme entstanden sind, ist dem Autor nicht bekannt. Allgemein zeigt das Vulkangebiet der Garrotxa einen Bezug zur Eifel: Auch in der Garrotxa gilt der dortige Vulkanismus als inaktiv, aber nicht erloschen. Der letzte Vulkanausbruch geschah vor ca. 10.000 Jahren.
Foto 22: Helmut Endres
Oktober 2021
Ostwand des Eppelsbergs (bei Nickenich, Osteifel)
Wer kennt ihn nicht, den komplex aufgebauten Eppelsberg bei Nickenich, einen der interessantesten vulkanischen Aufschlüsse der Osteifel? Das besondere an diesem Foto: das intensive Nachmittagslicht, das nach Abzug eines Schauers auf die auffallend strukturierte Ostwand der Abbaugrube fällt. Der Vulkan entstand vor etwa 230.000 Jahren in fünf unterschiedlichen Eruptionsphasen. Der Ausschnitt des Fotos setzt unten links bei Phase drei an, der Hauptschlackenkegel-Phase. (Darunter liegen, hier nicht sichtbar, Tephraschichten zweier initialer phreato-magmatischer Phasen.) Diese wird beendet mit einer Explosion, die zu der dünnen hellen Schicht über dem Schlackenkegel führt. Diese trennt die Schlacken von der markanten Schicht schwarzer Lapilli, wohl eine Folge der Eruption einer besonders gasreichen Schmelze. Die hierauf liegenden sogenannten „bunten Schichten“ aus Aschen- und Lapillituffen, die den (wieder weitgehend phreatomagmatischen) Abschluss der Eppelsberg-Eruptionsfolge darstellen, sind auf dem Foto leider durch herab gefallenes Geröll weitgehend verdeckt. Darüber lagern Tephraschichten von Eruptionen zweier anderer (unbekannter) Vulkane in der Nachbarschaft des Eppelsbergs. Besonders bemerkenswert: zwischen den beiden auffallend hellen Bändern liegen dünne Lapillischichten mit schräg stehenden länglichen Hohlräumen: die Hohlformen von Bäumen, die hier zum Zeitpunkt dieser Eruption wuchsen (linke Bildhälfte in der Mitte). Nach weiteren Lapillilagen folgt (rechte Bildhälfte oben) der Anschnitt einer schwarzen Lapillilage, welche die darunter liegenden Schichten diskordant schneidet: Anzeichen von Erosion zwischen den betreffenden Eruptionsereignissen.
Foto 23: Helmut Endres
März 2014
Erpeler Ley gegenüber Remagen
Die Erpeler Ley ist einer der markantesten vulkanischen Aufschlüsse im Mittel-rheintal auf der rechten Rheinseite gegenüber Remagen. Sie wird üblicherweise als „Basaltfels“ bezeichnet, könnte aber genauer als Nephelin-Basanit eingeordnet werden, dem ein Alter im Bereich 27 – 28 Millionen Jahren zugeschrieben wird. Bemerkenswert sind die unterschiedlichen Säulenstrukturen dieses Komplexes, die auf mehrere Intrusionsschübe frischen Magmas in bereits erstarrtes Vulkangestein zurückzuführen sind. Alexander von Humboldt sah in diesem komplexen Säulen-gemenge einen Beleg für eine neptunistische Entstehung dieser Struktur. Freige-legt wurde sie ursprünglich durch die Erosion des sich einschneidenden Rheins und später durch bergmännischen Abbau, der bis zur Römerzeit zurückreicht.
Foto 24: Helmut Endres
Oktober 2012
Basaltgang im Herchenberg (bei Burgbrohl, Osteifel)
Der Herchenberg entstand in zwei Eruptionsphasen mit zwei Eruptionszentren. Diese Eruptionsphasen sind durch einen langen Zeitraum getrennt, der zwei Kaltzeiten und zwei Warmzeiten umfasst haben soll. Durch den weitgehenden Abbau sind die Hinweise hierauf inzwischen verloren gegangen. Heute präsentiert sich der Herchenberg als Grube, in der unterschiedliche Lapillilagen aus der letzten Eruptionsphase aufgeschlossen sind, die sich hinsichtlich Körnung und Farbe deutlich unterscheiden. Der Abbau enthüllte ein System dreier Fördergänge, die radial vom Schlot ausgehen. Das Foto zeigt einen hiervon, der noch innerhalb der schwarzen Lapillischichten endet. Zu einem Lavastrom hat er also nicht geführt. Das Foto entstand 2012, als diese Struktur vom Grubenrand aus noch gut sichtbar war (die Grube selbst ist nicht zugänglich). Aufgrund weiteren Abbaus ist sie nun deutlich schlechter zu erkennen.
Foto 25: Helmut Endres
April 2014
Tuffhöhlen-Wohnungen in Uchisar (Kappadokien)
Die Landschaft in Kappadokien (Türkei, Zentralanatolien) ist geprägt durch das Wechselspiel vulkanischer (Tuff-)Ablagerungen und Erosion. Der Vulkanismus in diesem Gebiet steht im Zusammenhang mit der alpidischen Orogenese und der Auffaltung des Taurusgebirges. Sein Höhepunkt lässt sich in die Übergangszeit von Pliozän zu Pleistozän einordnen. Er setzt sich aber bis in geschichtliche Zeit hin fort. Bei diesen Eruptionen wurden neben Lava auch große Mengen Aschen über ein Gebiet von ca. 10.000 km² verteilt. Je nach Zusammensetzung verdichteten sich diese Aschen zu Tuffen unterschiedlicher Härte bzw. Erosionsbeständigkeit. Zyklen von Eruption und Erosion wechselten sich ab und formten die Landschafts-strukturen, die wir heute in Kappadokien vorfinden. Eine harte Tuffschicht leistet der Erosion zunächst Widerstand. Wird sie aber schließlich durchbrochen und die Erosion kann darunter liegende weichere Schichten ausräumen, bilden sich bizarre Kegelstrukturen aus Tuffgestein. Menschen nutzten diese Kegel aus diesem leicht zu bearbeitendem Material, um darin Höhlen für Wohnungen auszugraben. Die auf dem Foto gezeigten Wohnkegel in Uchisar bilden ein Beispiel hierfür und einen touristischen Anziehungspunkt. Manche der Höhlenwohnungen werden immer noch – oder sogar wieder – als Wohnungen oder als Hotelunterkunft genutzt.
Foto 26: Kerstin Bär
Mai 2025
Alte Burg bei Schotten mit Basaltsäulen (Vogelsberg)
Die Alte Burg bzw. der Alteburgkopf südlich der Stadt Schotten im Hohen Vogelsberg war auch früher schon ein beliebtes Ausflugsziel. Heute liegt sie an mehreren Wanderwegen, zu denen auch die VulkanTouren 3 und 4 gehören, die am Vulkaneum starten. Dicke Basaltsäulen, die über einen Meter Durchmesser erreichen, sind an mehreren Stellen entlang einer zu finden. Sie passen gut in das klassische Schema senkrechter Klüfte, die sich in einem Lavastrom beim Abkühlen bilden. Der Lavastrom muss daher mächtiger gewesen sein, als die Felsen hoch sind. An vielen Stellen sind die Säulen in Böcke zerfallen, wie das bei Lavaströmen oft passiert, wenn sie durch Erosion „angeschnitten“ werden. Der Name Alte Burg lässt sich auf Ringwälle zurückführen, die auf dem Plateau oberhalb der Felsen zu finden sind.
Foto 27: Kerstin Bär
September 2021
Bergwerksteich westlich Nidda - Bad Salzhausen (Vogelsberg)
Der sogenannte Bergwerksteich liegt zwischen den Niddaer Stadtteilen Bad Salzhausen und Geiß-Nidda im südwestliche Vogelsberg. Hier wurde um 1810 unter Tage Braunkohle entdeckt und bald darauf abgebaut, um sie zum Salzsieden zu nutzen. Durch die damals gefundenen Blätter war die Lokalität früher unter Paläontologen sehr bekannt. Eine große Zahl verschiedener Pflanzen aus dem Miozän konnte hier nachgewiesen werden, darunter Palmen und verschiedene immergrüne Laubgewächse. Ein Anhaltspunkt für die Entstehung der Lagerstätte ist, dass auch große Mengen von Früchten der Wassernuss gefunden wurden. Vor 15 Millionen Jahren kann hier demnach schon einmal ein See gewesen sein. In einem Vulkangebiet wäre eine mögliche Ursache, dass hier ein Maar lag, also ein durch den Kontakt von Magma mit Wasser entstandener Sprengtrichter. Wenn sich Maare nach Ende der vulkanischen Aktivität mit Wasser füllen, können sich darin Ablagerungen bilden, die die Lebewelt der jeweiligen Zeit konservieren.
Foto 28: Kerstin Bär
August 2025
Nordöstliche Wand im Steinbruch Michelnau (Vogelsberg)
Über den Steinbruch Michelnau im Vogelsberg gäbe es viel zu schreiben, zumal er neben der Geologie auch noch eine interessante Abbaugeschichte und seine heutige naturnahe Entwicklung zu bieten hat. Wenn man sich auf die Geologie konzentrieren möchte, ist es sicher besonders bemerkenswert, dass hier durch einen Schlackenvulkan ein relativ mächtiges und weitgehend homogenes Gestein gebildet wurde. Bomben und Lapilli, lassen mit ihrem hohen Anteil an Blasenhohl-räumen auch nach 15 Millionen Jahren noch erkennen, dass hier ein hoher Gas-gehalt in der Schmelze gewesen sein muss. Heiße Gase führten zur Umwandlung und Bildung von Mineralen. Dadurch verfestigte sich das Gestein und es entstand unter Beteiligung von Sauerstoff auch Hämatit, das dem Gestein seine rötliche Farbe gibt. Eine Rekonstruktion der Form des Vulkans und der Lage des Schlots (oder der Schlote, falls es mehrere waren) ist bisher nicht möglich. Anhaltspunkte liefen die im Steinbruch erkennbaren unterschiedlichen Richtungen des Einfallens von Schichten.
Foto 29: Kerstin Bär
Mai 2026
Stein Büdingen – Basalt mit Sandstein-Xenolithen (Vogelsberg)
Die Felsgruppe des Wilden Steins liegt oberhalb der Altstadt von Büdingen südlich des geschlossenen Vulkangebietes Vogelsberg. Die Person, die auf den Felsen steht, gibt einen Maßstab. Der Basalt ist umgeben von Einheiten des Buntsand-steins, die hier von der aufsteigenden basaltischen Schmelze durchschlagen wurden. Die Säulen mancher Blöcke lassen eine sogenannte Meilerstellung erkennen, wie sie typisch für Abkühlung von Schmelze in einem Lavasee ist. Der Wilde Stein hat teilweise große weiße Bruchstücke von Sandstein im Basalt (im Bild ganz rechts im oberen Block). Der ursprünglich rötliche Sandstein ist entfärbt und zum Teil angeschmolzen, so dass ein Gestein entstanden ist, das hier vor 200 Jahren erstmals beschrieben und mit der Bezeichnung Buchit belegt wurde. Diese thermische Veränderung gab auch einen Beleg für die „heiße“, also vulkanische Entstehung von Basalt, die während des sog. Basaltstreits noch umstritten war.
Foto 30: Kerstin Bär
Juni 2024
Blockmeer am Schafstein westlich Wüstensachsen (Rhön)
Das Blockmeer am Schafstein ist die wohl eindrucksvollste Bildung dieser Art in der Rhön und wurde als nationales Geotop ausgezeichnet. Blockhalden oder die größeren Blockmeere werden auf die Abtragung während der letzten Kaltzeiten zurückgeführt. Bei fehlender Waldbedeckung war die Erosion stärker als in warmen Phasen. Von den Hängen und Kuppen wurde viel Feinmaterial von abfließendem Wasser mitgerissen. Zurück blieben die größeren Blöcke. Dort, wo die Böcke nicht kantig, sondern eher rund sind, kann über eine mehrphasige Entstehung unter verschiedenen klimatischen Bedingungen nachgedacht werden. Möglicherweise hat dort schon eine vorausgehende (feucht-)warme Zeit Beiträge zur Entstehung der Blockhalde geleistet. Denn runde Blöcke entstehen vorrangig bei chemischer Verwitterung, wenn Basalt von den Klüften her zersetzt wird und von ursprünglich kantigen Blöcken nur rundliche Kerne als Relikte im Gesteinszersatz zurückbleiben.

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