Veranstaltungs Kalender - DVG e.V.

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Kalender
Deutsche Vulkanologische Gesellschaft e.V.
Brauerstraße 5, 56743 Mendig
Terminübersicht der DVG 2023
Datum / Uhrzeit
Thema / Referent
Ort
14.04.2023
19:00 Uhr
La Palmas neuer Vulkan – geologischer Hintergrund und visuelle Eindrücke“;
Prof. Lothar Viereck, Dr. Helmut Endres
Dr. F.X. Michels Institut
01.05.2023
"Mai-Exkursion 2023"; Busfahrt nach Messel mit Führung und Eintritt ins Besucher-zentrum
Messel
05.05.2023
19:00 Uhr
Eklogit“;
Prof. Dr. Michael Raith
Dr. F.X. Michels Institut
02.06.2023
19:00 Uhr
Walter Reis
Dr. F.X. Michels Institut
07.07.2023
19:00 Uhr
Erwin Hardy
Dr. F.X. Michels Institut
17.09.2023

29.09. - 01.10.23
Kirchheim-Bolanden
06.10.2023
19:00 Uhr
"Der Eifel-Vulkanismus – Glücksfall für die Eiszeit-Archäologie"
Dr. Martina Sensburg
Dr. F.X. Michels Institut
04.11.2023
Rathaus
VG-Mendig

La Palmas neuer Vulkan: Geologischer Hintergrund und visuelle Eindrücke
Am 19. September 2021 brach auf La Palma in der Bergkette Cumbre Vieja ein neuer Vulkan aus, der den Namen „Tajogaite“ erhalten hat. Während des 85 Tage andauernden Ausbruchs bedeckten bis zu 1140 °C heiße Lavaströme 370 Hektar Obstanbauflächen und zerstörten oder beschädigten fast 3000 Häuser, schufen aber auch 48,5 Hektar neues Land an der Küste. Bereits 4 Jahre vor dem Ausbruch deutete eine verstärkte seismische Aktivität auf zunehmende Magmabewegungen hin. Eine Exkursionsgruppe der DVG konnte sich Anfang November 2022 ein eigenes Bild des noch rauchenden Vulkans und der Folgen des Ausbruchs machen. In dem Vortrag wird Prof. Lothar Viereck die Geologie der Insel La Palma, die Ergebnisse seismischer Messungen und während der Eruption sowie Untersuchungen der Magmaeigenschaften erläutern. Danach wird Dr. Helmut Endres anhand von Fotos seine Eindrücke vom Umfeld des neuen Vulkans mit den Vortragsbesuchern teilen.

VORABINFORMATION :
- Busfahrt Mendig-Messel-Mendig
- Grubenwandertour (Führungsbeginn 14:30Uhr) inkl. Eintritt Besucherzentrum
Auf diesem Rundweg durch die Grube Messel erfahren Sie anschaulich, wie die Grube Messel, der Ölschiefer und die darin eingeschlossenen Fossilien entstanden sind. Sie laufen 60 Höhenmeter hinab bis zur tiefsten Grubensohle und erreichen den Ort, an dem 2001 eine Forschungsbohrung durchgeführt wurde. Heute können Sie hier Grundwasser aus der Tiefe probieren. Des Weiteren halten Sie an einer Ausgrabungsstelle, an der Sie Ölschieferstücke aus der Halde auf Fossilien untersuchen können und sehen Originalfossilien.
Dauer der Tour: 2 Stunden
- Eintritt Besucherzentrum
Eine Besichtigung der Ausstellung rundet Ihren Besuch ab. In mehreren Räumen sind die Themen der Grube Messel teilweise multimedial dargestellt. Zwei Kinoräume und eine Schatzkammer mit Originalfossilien bilden das Highlight der Ausstellung. Wir empfehlen Ihnen, für den Rundgang durch die Ausstellung (ohne Führung) mindestens eine Stunde einzuplanen.
Eine detaillierte Planung werden wir nach Vorliegen der Rückmeldungen durchführen.

Anmeldungen per Mail an: dvg@vulkane.de

Eklogite: Thema & Variationen
Am Ende des 18. Jahrhunderts erstmals im Kristallin der Saualpe, Kärnten (Sigismund v. Hohenwart) und Schottern des Rhone Tals bei Genf (Horace-Bénédict de Saussure) ‚entdeckt‘, faszinierten Eklogite sogleich Naturforscher und Sammler durch ihre farbliche Schönheit und rätselhafte Entstehung. Eklogite bestehen vor allem aus zwei Mineralen: pyropreichem, rotem Granat und grünem, jadeitreichem Klinopyroxen (Omphacit); dazu gesellen sich Quarz/Coesit, Disthen, Zoisit/Epidot, Amphibol, Phengit, Rutil und auch Diamant. Der Vortrag beleuchtet zunächst einige historische Aspekte und zeigt auf, warum Eklogite in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert zu Schlüsselgesteinen für die Rekonstruktion geodynamischer Prozesse wurden und heute zu den spannendsten Gesteinen der modernen Tektonik, Petrologie und Geochemie zählen. Dass die Betrachtung dieser Gesteine im Polarisationsmikroskop nicht nur wertvolle Informationen zu ihrer Genese liefert, sondern durch die motivische Vielfalt der mikroskopischen Bildwelt auch künstlerisch inspiriert, wird im zweiten Teil des Vortrags gezeigt.
Michael M. Raith (Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn)
Dankenswerter Weise hat uns Prof. Dr. Michael Raith den Vortrag als pdf-Datei zum Download zur Verfügung gestellt!

„Warum ist der K2 kein Vulkan?“
Herr Walter Reis referiert über eine Expedition zum K2 in eine geologisch sehr aktive Region und beantwortet die Frage: Warum ist der K2 kein Vulkan.
Der K2 ist mit 8611 Meter Höhe der zweithöchste Berg der Erde und liegt schwer zugänglich im Norden Pakistans an der chinesischen Grenze. Er gehört zum Karakorum-Gebirge, wo sich die Indische Kontinentalplatte am weitesten in die Eurasische Platte hineingeschoben hat und in diese noch immer mit einer Geschwindigkeit von 4 cm pro Jahr weiter hineinstößt.
Getrieben durch die gewaltige tektonische Bewegungsenergie werden die Gesteine gepresst, verbogen und zum Teil zerbrochen. Aufgrund der kontrastreichen Gesteinsfärbung lässt sich die ungeheure Dynamik dieser Verformungen in den Bildern von Walter Reis eindrucksvoll erleben. Die anhaltende Hebung beträgt bis zu 1 cm pro Jahr und immer wieder kommt es in der nach wie vor geologisch sehr aktiven Region zu katastrophalen Erdbeben (Kaschmir 2005: 75000 Tote).

Sizilien und der Ätna
Nirgendwo in Europa ist man den Ursprüngen Europas so nahe wie hier, an der Grenze zwischen Okzident und Orient, dem Abendland und dem Morgenland. Griechen und Römer kämpften mit den Karthagern um die Insel, die Araber formten aus Sizilien eine blühende Kulturlandschaft, die Normannen eroberten sie schließlich wieder für den christlichen Glauben zurück. Sizilien hat viele Herrscher gesehen und fast alle haben auf der Insel Zeugnisse ihrer Kultur hinterlassen, von römischen Tempeln und Villen über die normannischen Dome bis hin zu den barocken Bauten der Neuzeit.
Im Frühjahr erstrahlt Sizilien als ein blühender Garten: Zitronen-, Orangen- und Mandelbäume gedeihen in dem vom Sonnenschein mehr als verwöhnten Inselklima neben Feldblumen aller Arten besonders prächtig. Der alles überragende und an klaren Tagen von über 100 km Entfernung sichtbare Ätna liefert infolge seiner ständigen Ausbrüche fruchtbare Asche für die Landwirtschaft, weshalb die Gegend rund um den Vulkan trotz der nicht auszuschließenden Gefahr einer Eruption dicht besiedelt ist. Bis in die Sommersaison hinein ist der Gipfel des von den Sizilianern liebevoll „ Mongibello “, - Berg der Berge - bezeichneten  Vulkans zur Freude der Fotografen mit Schnee bedeckt - selbst Skifahren ist möglich.
Anhand  eigener Fotos  beschreibt der Referent die Natur- und Kulturlandschaft der Insel und versucht, die komplexe Geologie und das Ausbruchsverhalten des ca. 3350m hohen größten und tätigen Vulkans Europas anhand neuester Forschungsergebnisse zu durchleuchten.
  

Permzeitlicher Vulkanismus im Gebiet der Nahe und des Donnersbergs
Unsere Herbstexkursion führt uns vom 29. September bis zum 1. Oktober 2023 unter Leitung von Prof. Dr. Volker Lorenz in das östliche Saar-Nahe-Becken und in das Gebiet des Donnersbergs in der Pfalz (Busfahrt ab und bis Mendig mit 2 Übernachtungen in Kirchheim-Bolanden). In diesem Gebiet fand im unteren Perm ein ausgesprochener syn-sedimentärer und intensiver Vulkanismus statt, der zu einer Wechsellagerung zwischen mehr oder weniger parallel zueinander liegenden Ablagerungen von Sedimenten, Tuffen und Vulkaniten führte. Zusätzlich sind basisch intermediäre Magmen auch überwiegend schichtparallel intrusiv in noch unverfestigten Sedimenten zur Ablagerungen gekommen, wodurch sich Lagergänge (Sills) bildeten.
Bei rhyolithischen Magmen haben sich aus initialen Lagergängen aufgrund der Viskosität der Magmen bei weiter anhaltender Magmazufuhr Lakkolithe gebildet Bei noch weiterer Magmazufuhr wurden aus einigen der Lakkolithe sogar intrusiv-extrusive Dome. Beispiele sind der Donnersberg Rhyolith-Dom oder der Kreuznacher Rhyolith-Dom, die beide auf unserer Exkursionsroute liegen. Der Donnersberg besteht aus 15 individuellen rhyolithischen Domeinheiten, teilweise mit deutlich vertikalem Fließgefüge. Vom Ufer der Nahe aus haben wir einen großartigen Blick auf die mehrere km lange und bis 202 m hohe Steilwand des Rotenfels, einem Teil des intrusiv-extrusiven Kreuznacher Rhyolithes. Diese Steilwand ist die höchste in Mitteleuropa im Gebiet zwischen den nördlichen Alpen und Norwegen. Hier sehen wir deutlich das Fließgefüge/Schergefüge des Rhyoliths. Neben vielen weiteren Besichtigungspunkten planen wir auch einen Besuch im Urweltmuseum Geoskop in Lichtenberg bei Kusel, das die Urwelt des Saar-Nahe-Becken vor 290 Millionen Jahren zeigt.
Die Teilnehmerzahl ist auf 41 Personen begrenzt, es gilt die Reihenfolge der Anmeldung. Reisekosten insgesamt: Standard EZ 335,- €, Standard DZ 283,- €, Superior DZ 298,- €. Anmeldung an die Mail-Adresse: wolfgang-kostka@t-online.de. Fragen bitte unter 02652 529392 oder 01718934903

Der Eifel-Vulkanismus – Glücksfall für die Eiszeit-Archäologie
Der Ausbruch des Laacher-See Vulkans vor 13.077 Jahren stellt einen in zweierlei Hinsicht europaweit einmaligen Glücksfall für die Eiszeit-Archäologie dar. Zum einen schützten die flächendeckenden mehrere Meter mächtigen Tephra-Ablagerungen alle älteren unter ihr begrabenen archäologischen Fundplätze. Zum anderen sorgte deren großräumiger industrieller Abbau seit dem 19. Jht für die Freilegung und Entdeckung eiszeitlicher Siedlungsplätze. Hinzu kam der Abbau der Schlackenkegel zur Basaltgewinnung und anderer Rohstofflagerstätten wie z.B. Tone. Alle diese großflächigen Eingriffe in sehr alte Bodenschichten führen dazu, dass die Dichte archäologischer Entdeckungen hier so hoch wie kaum irgendwo sonst ist.
Schließlich liefern auch die erstarrten Lavaströme und Schlacken selbst wichtige Informationen zur naturwissenschaftlichen Datierung von Bodenschichten und damit zur zeitlichen Einordnung von archäologischen Schichtenfolgen.
Die wissenschaftliche Erforschung der Lebensweise der eiszeitlichen Menschen in unserer Region ist untrennbar mit dem Vulkanismus verbunden. Der Vortrag von Frau Dr. Martina Sensburg beleuchtet diese Zusammenhänge und zeigt zahlreiche spannende Beispiele für das Leben eiszeitlicher Jäger- und Sammler aus etwa 500.000 Jahren Besiedlungsgeschichte.

Die Mitgliederversammlung 2023 wird am Samstag, den 4. November, nachmittags im Rathaus der Verbandsgemeinde in Mendig stattfinden. Die Einladung hierzu mit der Tagesordnung wird rechtzeitig per Email der Brief ergehen.

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